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Was ist überhaupt ein Mentorat?

Ganz grundsätzlich ist ein Mentorat eine Eins-zu-eins-Lernsituation, in der die Lehrende den Lernenden kontinuierlich in seiner Arbeit betreut und ihm individuelle Feedbacks gibt. Es gibt das Mentorat in verschiedenen Kontexten, oft wird es auch "Mentoring" genannt. Gerade im Bereich der Literatur ist das Mentorat eine gängige Lernform - so haben sich in der Geschichte oft AutorInnen an erfahrenere KollegInnen gewendet, um von ihnen Rückmeldungen zu den eigenen Texten zu bekommen. Die Besonderheit am Online-Literaturmentorat ist, dass der Austausch auf elektronischem Weg stattfindet, ohne persönliche Treffen.


Was ist das Ziel des Online-Literaturmentorats?

Das Online-Literaturmentorat begleitet in Arbeit befindliche literarische Projekte. Die Teilnehmenden erhalten Anregungen zum Weiterarbeiten und zum Überarbeiten oder, sofern angemessen, auch grundlegende Fragen und Hinweise, die das Projekt aus der Perspektive der Mentorin, des Mentors voranbringen könnten. Das Ziel ist nicht, dass am Ende der Zusammenarbeit ein publikationsreifes Manuskript vorliegt. Es geht vielmehr darum, dem Schreibprozess neue Impulse zu geben und so den literarischen Ausdrucksrahmen zu erweitern. Die Verpflichtung, zu einem vereinbarten Termin Text abzugeben, hilft dabei, das Schreiben in den (Arbeits-)Alltag zu integrieren und eine eigene Schreibroutine zu etablieren.


An wen richtet sich das Online-Literaturmentorat?

Das Angebot richtet sich an Schreibende jeden Alters, die an grösseren literarischen Projekten arbeiten, denen aber der Austausch über ihre Arbeit fehlt. Es sind keine Veröffentlichungen erforderlich, um am Programm teilzunehmen. Mit dem Bewerbungsbogen müssen 3-5 Seiten aus dem Projekt, an dem während des Mentorats gearbeitet werden soll, eingeschickt werden. Anhand des eingeschickten Texts wird über die Zulassung zum Programm entschieden (mehr Informationen dazu unter Bewerbung).


Eignet sich ein Projekt für ein Online-Literaturmentorat?

Pro Feedbackrunde können maximal zehn Manuskriptseiten eingereicht werden (18'000 Zeichen inkl. Leerzeichen), es sind also eher kürzere Projekte geeignet: Kurzgeschichten, Romanfragmente, Auszüge aus dramatischen Texten, Lyrik, Experimente, Anfänge, Etüden. Projekte, die einen primär autobiografischen oder rein journalistischen Charakter haben, können in diesem Rahmen nicht begleitet werden. Es ist wichtig, dass die Autorin, der Autor offen auf die Anmerkungen der MentorIn reagieren kann und bereit ist, grössere Änderungen vorzunehmen. Das Projekt sollte also seine endgültige Form noch nicht gefunden haben. Das Online-Literaturmentorat ist kein Lektorat oder Korrektorat, das einem bereits bestehenden Manuskript den letzten Schliff gibt.